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FDP-Brandenburg: 10-Punkte-Plan zur Rettung des Schuljahres

Unsere Kinder haben ein Recht auf Bildung. Dieses Recht darf zu keiner Zeit eingeschränkt
werden – auch nicht während einer globalen Pandemie. Schulschließungen waren zu Beginn der Pandemie, zur schnellen Eindämmung der Ausbreitung des Virus ein probates Mittel. Nun gilt es, dies in der Zukunft zu verhindern und für die Zukunft gewappnet zu sein. Denn sonst besteht die Gefahr, dass auf die Corona-Krise eine jahrelange Bildungskrise folgt.

Leider hat es auch das Land Brandenburg versäumt, die Schulen auf die zweite Welle von

Corona- Infektionen vorzubereiten. Die Schulschließungen offenbaren, dass unsere Schulen weder auf einen sicheren Präsenzunterricht noch auf digitales Lernen vorbereitet sind. Bis zur flächendeckenden Verfügbarkeit der Impfstoffe wird es aber immer wieder zum lokalen Anstieg von Corona-Infektionen kommen. Daher müssen nun schnellstmöglich die Versäumnisse der letzten Monate aufgeholt werden, damit schulische Bildung – ob in Präsenz oder digital – in jedem Fall und ohne Qualitätsverlust sichergestellt ist. Der Zugang zu hochwertigen Bildungsangeboten muss für alle Kinder gleichermaßen und zu jeder Zeit gewährleistet sein. Dies gilt für Präsenzunterricht ebenso wie für digitale Bildungsangebote. Wenn Schulunterricht vor Ort vereinzelt und zeitweise nicht möglich ist, muss reibungsfrei auf digitalen Unterricht von zu Hause ausgewichen werden können.

Die FDP Brandenburg fordert daher:

1. Regional differenzierte Öffnungsperspektive für die Schulen

Es braucht ein einheitliches und transparentes Richtwerte-Spektrum über den einfachen Inzidenzwert von 50 Neuinfektionen hinaus für die unterschiedlichen Unterrichtsszenarien. Dieses Richtwert-Spektrum erlaubt den Schulen sowie lokalen Gesundheits- und Ordnungsämtern regional angepasstes Handeln und schafft Klarheit für Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Eltern. Ziel hierbei muss es sein, Schulen insbesondere für die Jüngsten nach Evidenz basierten Kriterien wieder und unter ggf. angepassten Bedingungen öffnen zu können.

2. Unentgeltliche Bereitstellung von Schnelltests und FFP2-Masken

Durch regelmäßige Schnelltest vor Schulbeginn soll sichergestellt werden, dass sich

Infektionen nicht unbemerkt ausbreiten. Für Schülerinnen und Schüler sowie

Lehrkräfte müssen unentgeltlich FFP2-Masken zur Verfügung gestellt werden.

3. Landesförderprogramm für mobile Luftfilter

Die Landesregierung soll ein Förderprogramm auf den Weg zu bringen, mit dem in

Zusammenarbeit mit den Kommunen alle Schulen mit mobilen Luftfiltern oder

anderen technischen Möglichkeiten ausgestattet werden können. So kann die

Virenlast im Klassenraum reduziert werden, ohne dass selbst bei Minusgraden

dauergelüftet werden muss.

4. Entzerrung des Schülerverkehrs

Für die Zeit der Corona-Pandemie soll die Landesregierung Mittel zur Verfügung

stellen, die es den Kommunen in Zusammenarbeit mit privaten Busunternehmen

ermöglichen, mehr Busse zur Verfügung zu stellen, um den Schülerverkehr zu

entzerren.

5. DigitalPakt Schule entbürokratisieren und beschleunigen

Die Förderrichtlinien zur Nutzung der Mittel aus dem DigitalPakt Schule müssen

entbürokratisiert werden. Ziel muss es sein, bis Mitte des Jahres für jede Schule im

Land einen durchfinanzierten Bedarf vorliegen zu haben, um die nötigen

Beschaffungsprozesse einzuleiten.



6. Fortbildung und Unterstützung für Lehrkräfte im Bereich digitaler Lehre

Die Landesregierung muss die Versäumnisse der letzten Jahre bei der Aus- und

Fortbildung der Lehrkäfte im Bereich digitaler Didaktik und Methodik

schnellstmöglich durch Fortbildungen in Kooperation mit dem LISUM und externen

Weiterbildnern aufholen. Zudem soll das Bildungsministerium für die Schulen und

Lehrkräfte eine White-List (Positiv-Liste) qualitativ hochwertiger, zum Teil heute

schon durch Nutzung durch andere Länder qualitätsgeprüfter Lernplattformen

zusammenzustellen.

7. Dienstlaptops für Lehrkräfte

Mit einer Investitionsoffensive sollen alle Lehrkräfte im Land Brandenburg mit einem

digitalen Dienstgerät ausgestattet werden. Analog zur Regelung in Nordrhein-

Westfalen soll dies in Form einer Pro-Kopf-Pauschale in Höhe von 500 Euro pro

Lehrkraft – unerheblich ob diese in Teil- oder Vollzeit arbeitet – an die Schulen

ausgezahlt werden.

8. Lehramtsstudierende als Lern-Buddys einsetzen

Die Landesregierung sollte in Zusammenarbeit mit der Universität Potsdam

Lehramtsstudierende dafür anwerben, Schülerinnen und Schüler, aber auch ältere

Lehrkräfte beim digitalen Lernen und Lehren zu unterstützen. Für diese

Unterstützung sollen die Lehramtsstudierenden Leistungspunkte für ihr Studium

erhalten.

9. Sichere Abschlussprüfungen

Die Schülerinnen und Schüler sollen ihre Abschlussprüfungen ohne Sorge um ihre

eigene Gesundheit oder die ihrer Familienmitglieder absolvieren können. Die

Landesregierung muss daher Vorbereitungen treffen und Rechtssicherheit schaffen,

sodass mündliche Prüfungen bei hohem Infektionsgeschehen auch per

Videokonferenz stattfinden können. Die Prüfungsqualität im Pandemie-Schuljahr darf

nicht gesenkt werden.

10. Freiwillige Wiederholung des Schuljahres

Für viele Schülerinnen und Schüler ist das aktuelle Schuljahr eine große

Herausforderung – durch Home-Schooling, soziale Isolation sowie durch

gesundheitliche und finanzielle Sorgen in der Familie. Es soll daher die unkomplizierte

Möglichkeit geben, das Schuljahr zu wiederholen, ohne dass dies auf die Verweildauer

insbesondere in der gymnasialen Oberstufe angerechnet wird.